Für wen arbeitet die Deutsche Welle?

In welchem anderen Medium kann man eine Doppelseite aufschlagen und über eine „erfolgreiche FSB-Operation“ (11.11.2025) oder über Tests einer russischen „Wunderwaffe“ (27.10.2025) lesen?
Nein, nicht bei ITAR-TASS, nicht beim Ersten Kanal Russlands und nicht einmal - Gott bewahre - bei „Meduza“ oder „Nowaja Gaseta Europa“. Sondern bei der guten alten Deutsche Welle - dem Flaggschiff der Meinungsfreiheit und einer Bastion der Gegenpropaganda.

Der Informationsstrom über die „erfolgreiche FSB-Operation“ wird ohne kritische Distanz präsentiert, ohne Experten, die in der Lage wären, die Behauptungen der russischen Propaganda infrage zu stellen oder gar zu widerlegen. Die Informationen werden so dargestellt, als handle es sich schlicht um eine Pressemitteilung des FSB — ohne Skepsis und ohne Ironie.

Was die Veröffentlichung über die Rakete „Burewestnik“ vom 27.10.2025 betrifft, diskutieren die Experten im Beitrag nicht einmal die Frage, ob diese putinsche „Wunderwaffe“ überhaupt existiert, sondern nur den möglichen Schaden dieser „Wunderwaffe“. Man stelle sich die Gesichter europäischer Leser vor, die Wert auf Umweltstandards legen und Schlagzeilen wie „Fliegendes Tschernobyl“ lesen.

Betrachten wir das aus Sicht des gesunden Menschenverstands. Erstens: Wie kann „Tschernobyl“ fliegen? Zweitens: Jede nukleare Rakete ist gesundheitsschädlich. Warum wird gerade Tschernobyl hervorgehoben? Tschernobyl war ein Reaktorunfall und nicht etwa die Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki oder die Katastrophe von Fukushima. Weil man den europäischen Leser maximal erschrecken will. Deshalb wurde bewusst ein Begriff gewählt, der den europäischen Durchschnittsbürger schockiert.

Vielleicht bin ich einfach zu radikal?
Nein. Ich öffne einen Facebook-Beitrag vom 9.11.2025 von Katia Margolis mit denselben kritischen Anmerkungen und sogar mit einer Analyse propagandistischer Sprachmuster im Interesse des Putin-Regimes:



Screenshot (https://www.facebook.com/profile/100001139226342/search/?q=Deutsche%20Welle) von der Facebook-Seite von Katia Margolis.

Ich zitiere Katia Margolis: „Nach jedem russischen Angriff auf ukrainische Städte kann man getrost nicht die offiziellen putinistischen Medien öffnen, sondern die sogenannte ‚unabhängige russischsprachige Presse‘, um erneut klassische sprachliche Manipulationen zu beobachten … Wörter, grammatikalische Konstruktionen und Syntax, die die Idee von Passivität, Verantwortungslosigkeit und Viktimisierung transportieren und ein entsprechendes Weltbild formen.“

Warum geschieht das?
Vielleicht deshalb, weil für die russische Redaktion Menschen mit Erfahrung in russischen Medien eingestellt werden. Doch in Russland gab es kaum unabhängige Presse. Es wirkt wie eine negative Selektion: talentierte Menschen ohne Beziehungen haben kaum Chancen, in europäischen Medien zu arbeiten.

Dafür gibt die Deutsche Welle Jekaterina Schulman eine Plattform. Sie erklärte über eine ukrainische Militäreinheit, dass „… die Legion ‚Freiheit Russlands‘ ausschließlich ein Instrument sei, damit der FSB Strafverfahren einleiten und Menschen zu langen Haftstrafen verurteilen könne“ (https://kasparovru.com/material.php?id=66507A9C4C80E&section_id=6345A4096F267).

Worin besteht der Wert solcher Politologen? Beispielsweise veröffentlichte DW am 27.04.2026 folgende Aussage: „Wenn der FSB den Premierminister ‚verschlingen‘ und einen eigenen Kandidaten einsetzen kann, dann wird Putin nicht mehr gebraucht“, sagte die Politologin Jekaterina Schulman bei DW.



Das bedeutet nach Schulman also, dass Putin angeblich nichts mit dem FSB zu tun habe?

Aber ist nur Putin angeblich unschuldig?
In gleich vier Veröffentlichungen zwischen dem 17.09.2025 und dem 28.11.2025 verbreitete die Deutsche Welle Berichte darüber, dass Dmitri Kosak, der jahrelang für das diktatorische Regime gearbeitet hat, angeblich „Putins Gunst verloren“ habe. Dies geschah unter Berufung auf russische Medien - ohne kritische Einordnung.

Es besteht der starke Verdacht, dass der russischen Opposition auf diese Weise ein neuer nomenklaturischer „Oppositioneller“ vorbereitet wird. Uns wird gesagt: Konrad Adenauer habe schließlich auch im Staatsapparat gearbeitet und zeitweise unter den Nationalsozialisten gedient. Doch man darf kommunale Verwaltungsstrukturen Deutschlands nicht mit der Präsidialverwaltung Russlands vergleichen. Außerdem arbeitete der spätere Bundeskanzler nur wenige Tage unter den Nationalsozialisten und trat dann freiwillig zurück, ohne seine Ablehnung des Nationalsozialismus zu verbergen.

Wie konnte ein angeblich Andersdenkender wie Kosak in den Machtzentren des putinschen Systems überleben, wenn allein seit Anfang 2026 fünf politische Gefangene in russischer Haft ums Leben gekommen sind?

Und hier noch eine weitere Meldung der Deutschen Welle über das FSB-Produkt Kaspersky vom 8.05.2026.






Eine äußerst aufschlussreiche propagandistische Botschaft. Die Essenz steckt bereits in den ersten Zeilen: Sie (wer? offenbar Kasperskaja?) habe genug davon, sie (wer?) verstünden nichts, Putin höre nicht mehr auf sie - früher habe er jedoch zugehört. Wer dem Link zur Quelle The Bell folgt, kann dort lesen: „Kasperskaja traf sich deswegen sogar mit Offizieren der Zweiten FSB-Abteilung …“

Aha, also so! Sie trifft Putin, sie trifft die „bösen Bojaren“, und nun will plötzlich niemand mehr auf sie hören? Vielleicht später wieder? Wie kann man so etwas ernsthaft veröffentlichen? All die Jahre funktionierte die Zusammenarbeit mit der putinschen Diktatur offenbar problemlos, ihre Vorschläge zur schrittweisen Einschränkung der Meinungsfreiheit wurden konstruktiv aufgenommen - und plötzlich änderte sich alles über Nacht?

Doch bereits im März 2015 veröffentlichte Bloomberg einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass sich die Verbindungen zwischen Kaspersky und den russischen Geheimdiensten seit 2012 deutlich verstärkt hatten und dass Schlüsselpositionen im Unternehmen mit „Personen besetzt wurden, die enge Beziehungen zu russischen Militär- und Geheimdienststrukturen besitzen“ (Carol Matlack; Michael Riley; Jordan Robertson: The Company Securing Your Internet Has Close Ties to Russian Spies. Bloomberg Television, 19. März 2015).

Warum beteiligt sich die Deutsche Welle an Informationskampagnen des FSB und trägt zur Reinwaschung von Personen bei, die mit dem FSB und dem putinschen Regime kooperieren?
Wo bleibt die Reaktion der Deutsche-Welle-Direktorin Barbara Massing?
Wo bleibt die Reaktion des Broadcasting Council (Rundfunkrat)?
Wo bleibt die Reaktion von Karl Jüsten?
Wo schaut Karl Jüsten hin?

#DeutscheWelle #Meinungsfreiheit #Propaganda #FSB #Putin #RussischeOpposition #Medienkritik #Journalismus #Deutschland #Europa #Kaspersky #Schulman #Politik #DW #Russland



Комментарии

Популярные сообщения из этого блога

Секрет антипутинского восстания

Бойтесь лжепророков: почему коллаборационизм нельзя прощать. Олег Шеин опять врет

Как предали ликвидаторов